Ein Dino-Park in Rünthe ?
Für den Freizeitpark soll ein ca. 2 km langer Rundweg von etwa 3 m Breite in den Wald geschlagen werden. Weitere Bäume müssten für die Stellflächen der Exponate und die Verbindungen zwischen den Parkplätzen gefällt werden.
Die Ausgleichsmaßnahmen soll der Investor übernehmen. Für den Fall einer Insolvenz des Betreibers, soll eine Bankbürgschaft hinterlegt sein.
Zur A1 hin soll der Park durch eine teildurchlässige Hecke eingezäunt werden. Die Isolierung des Wildes, ist zu befürchten.
Für Radfahrer und Fußgänger würde die Nord-, Südverbindung von Bergkamen nach Overberge über die Trasse des ehemaligen Stammgleises wegfallen. Der Wanderweg in Ost-, Westrichtung soll nach Absprache mit dem SGV um den Park herum, an der A1 entlang, geführt werden.
Für die Industriestraße sind eine Querungshilfe und eine Linksabbiegerspur geplant. Das Freizeitparkgrundstück wird mit Wasser und Strom erschlossen. Das wäre Bergkamens erster Wald mit Strom- und Kanalanschluss! Die Kosten dafür will die Stadt Bergkamen übernehmen.
Die Trödelmärkte auf dem Poco-Gelände werden weiterhin stattfinden.
Einzelheiten zu den Brutvogelarten:
In einem vorläufigen Gutachten konnten in dem Gebiet 58 Brutvogelarten festgestellt werden, von denen derzeit 8 in der Roten Liste von Nordrhein-Westfalen als gefährdet (RL 3) eingestuft sind. Hierzu gehören Waldschnepfe, Feldschwirl, Kleinspecht, Kuckuck, Nachtigall und Feldsperling. Außerdem konnte die Feldlerche (RL 3) nachgewiesen werden, sowie die Rauchschwalbe (RL 3) als Nahrungsgast. Mit der Bachstelze, Goldammer, Klappergrasmücke und dem Bluthänfling, Fitis, Gimpel, Habicht, Haussperling, Gelbspötter und dem Star werden zudem weitere 10 Vogelarten in der Vorwarnliste (RL V) geführt.
Insgesamt wurden 10 planungsrelevante Brutvogelarten festgestellt.
Die Ergebnisse weitere Untersuchungen stehen noch aus.
Zum Verfahrensstand:
Im Sommer 1981 steht der Romberger Wald im Mittelpunkt eines Fernsehberichts in der Sendung "Hier und Heute". Auch damals schon wollte die Stadt Gebiet als Gewerbefläche nutzen.
Im Oktober 2010 führte die Stadt Bergkamen zum Thema Dino-Park ein informelles Gespräch mit dem BUND.
Die Stadt Bergkamen will ein Bauvorhaben nach § 35 BauGB (Bauvorhaben im Außenbereich) einleiten. Eine Bauvoranfrage sei bereits gestellt.
Wegen der unterschiedlichen Standpunkte zwischen der Stadt Bergkamen und des BUND kam es zu keinem übereinkommen.
Das Vorhaben geht zur Abstimmung in den Landschaftsbeirat.
In seiner Sitzung am 10.11.2010 vertagt der Landschaftsbeirat eine Entscheidung auf die nächste Sitzung, da relevante Planungsunterlagen fehlen. Die allgemeine Stimmung unter den Naturschutzverbänden, Waldbauern etc. wirkt ablehnend.
An 3.2.2011 kommt es zu einem Behördengespräch zwischen der Stadt Bergkamen, dem Regionalverband Ruhr (RVR), der Bezirksregierung Arnsberg, sowie der Unteren Landschaftsbörde des Kreises Unna.
Die Bezirksregierung fordert von der Stadt Bergkamen ein "vorhabenbezogenen Bebauungsplan" und gleichzeitig eine entsprechende Darstellung (Freizeit und Erholung) im Flächennutzungsplan.
Der Landschaftsbeirat muss bei einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan nicht gehört werden.
Das Behördengespräch überschneidet sich mit dem laufenden Verfahren zur Neuaufstellung des Flächennutzungsplans.
Im Flächennutzungsplan laut Aufstellungsbeschluss gem. § 2 (1) BauGB vom 08.02.2007 ist die Fläche des geplanten Freizeitparks als "Wald" ausgewiesen.
Das Veränderte Verfahren macht eine änderung des Entwurfs zum Flächennutzungsplan notwendig. Nun ist die Fläche gleichzeitig als "Wald" und "Fläche für Freizeit und Erholung" gekennzeichnet.
Der Antrag ist noch nicht genehmigt.
17.02.2011
Aufstellungsbeschluss gem. § 2 (1) BauGB des Bebauungsplans OV 117 Evolutionspark Overberge
17. und 22.02.2011
Der BUND nimmt an den Vereinstreffen in Overberge und Rünthe teil, in denen das Vorhaben vorgestellt wurde. Diskussionen waren seitens der Stadt jedoch nicht gewünscht.
26.03.2011
In einem Fernsehbericht der WDR-Lokalzeit aus Dortmund wird Silvia Lippert, Ansprechperson des BUND für Bergkamen, zum geplanten Dino-Park befragt.
17.04.2011
Mitglieder der Kreisgruppe Unna informieren Radfahrer und Spaziergänger am Romberger Wald vor Ort über den geplanten Evolutions-Freizeitpark.
Auch für uns in dieser Deutlichkeit überraschend aber erfreulich war die Tatsache, dass sich nicht eine Person fand, die dem Park positiv oder zumindest neutral gegenüber stand. Alle (!) sprachen sich gegen das Projekt aus.
Zum Aktionstag ...
03.05.2011
Im Rahmen des Scopingtermins reicht der BUND seine Forderungen zur Umweltprüfung ein.
18 - 27.05.2011
Frühzeitige Beteiligung der öffentlichkeit gem. § 3 (1) BauGB
25.05.2011
Silvia Lippert wendet sich mit einem Brief an Umweltminister Johannes Remmel.
Brief an Umweltminister Johannes Remmel
07.09.2011
Erneut stellt die Stadt Bergkamen in einer Sitzung des Landschaftsbeirates die Parkpläne vor. Bei den Beiratsmitgliedern zeichnet sich eine ablehnende Haltung gegenüber dem Projekt ab.
Erst später wird bekannt, dass die in der Sitzung vorgelegten Pläne nicht dem aktuellen Planungsstand darstellen.
23.09.2011
Kreistagsfraktion der Grünen kritisiert Landrat : Dinosaurierpolitik in Sachen Waldschutz?
Pressemitteilung der Grünen im Kreistag Unna
26.01.2012
BUND-Kreisgruppe beantragt die Sandbochumer Heide als Naturschutzgebiet auszuweisen.
Antrag an den Kreis Unna






